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Heizungsförderung 2027: SHK-Monteur plant Wärmepumpen-Montage auf der Baustelle
← Alle BeiträgeMarkt & Politik · Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Heizungsförderung 2027: Was die Absenkung ab Februar für deine SHK-Aufträge bedeutet

Die Heizungsförderung der KfW gilt in neuer Form, und ab dem 1. Februar 2027 sinkt sie in festen Schritten weiter. Für dich als Inhaber heißt das: Jedes Angebot, das im Winter liegen bleibt, kann für deinen Kunden teurer werden. Wer jetzt sauber plant, verliert keine Aufträge an den Stichtag. In diesem Beitrag siehst du, was sich ändert und wie du dein Büro darauf vorbereitest.

Was seit Juli gilt und was ab Februar kommt

Laut KfW-Pressemitteilung vom 21. Juli 2026 gelten die neuen Bedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude seit diesem Tag. Die Grundförderung für Heizungen in Wohngebäuden liegt bei 30 Prozent. Der Höchstbetrag für die erste Wohneinheit beträgt 28.000 Euro. Für selbstnutzende Eigentümer gibt es einen Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 Prozent, je nach Haushaltseinkommen.

Der Klimageschwindigkeitsbonus liegt aktuell bei 16 Prozent. Der Effizienzbonus und der Emissionsminderungszuschlag sind entfallen.

Ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Höchstbetrag, und der Klimageschwindigkeitsbonus fällt um vier Prozentpunkte. Danach geht es halbjährlich weiter, jeweils zum 1. Februar und 1. August. Für das erste Quartal 2027 kündigt die KfW zusätzlich einen Wertschöpfungsbonus für Wärmepumpen an. Die Einzelheiten dazu sind noch offen, rechne also nicht mit Zahlen, die noch niemand veröffentlicht hat.

Warum das dein Tagesgeschäft trifft

Förderung ist für viele Kunden der Auslöser, überhaupt anzufragen. Ändert sich der Zuschuss, ändert sich der Preis, den dein Kunde am Ende zahlt. Das merkst du in drei Bereichen.

Erstens bei den Anfragen: Kunden, die auf eine Entscheidung gewartet haben, melden sich jetzt gebündelt. Zweitens bei den Angeboten: Ein Angebot ohne Fördervermerk erzeugt Rückfragen. Drittens bei der Planung: Wenn zu viele Aufträge gleichzeitig kommen, rutscht die Montage nach hinten, und das Antragsdatum ist plötzlich ein Problem.

Der ZVSHK hat im Vorfeld fehlende Planungssicherheit kritisiert (Handwerksblatt, 1. August 2026). Meine Meinung: Wenn sich Förderbedingungen mehrfach im Jahr ändern, kann kein Betrieb Preise langfristig zusagen. Genau deshalb brauchst du einen festen Ablauf, der unabhängig vom nächsten Stand funktioniert.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Ein SHK-Betrieb mit 15 Mitarbeitern schreibt im Herbst vierzig Wärmepumpen-Angebote. Etwa die Hälfte wird im Dezember beauftragt, der Rest bleibt liegen. Im Januar melden sich viele Kunden gleichzeitig, weil sie vom Stichtag gehört haben. Das Büro arbeitet bis in den Abend, Rückfragen bleiben offen, und zwei Kunden springen ab, weil sie zu lange auf ein aktualisiertes Angebot warten.

Mit einem festen Ablauf hätte der Betrieb im November alle offenen Angebote durchgesehen, den Förderstand in jedes Angebot geschrieben und den Kunden eine klare Frist genannt. Das ist keine Software-Frage, sondern eine Ablauf-Frage. Ein Tool hilft erst, wenn klar ist, wer was bis wann erledigt. Mehr zur Planbarkeit findest du in unserem Beitrag zum Wärmepumpen-Markt 2026.

Was du nicht versprechen darfst

Du bist Handwerker und kein Förderberater. Sag deinen Kunden nie zu, dass sie einen bestimmten Zuschuss bekommen. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel, einen Rechtsanspruch gibt es laut KfW grundsätzlich nicht. Formuliere im Angebot daher: Förderung nach aktuellen KfW-Bedingungen, Entscheidung beim Kunden, Stand und Datum nennen.

Wie du Angebote nach dem Versand nachverfolgst, zeigen wir dir im Beitrag Angebote nachfassen im Handwerk.

Was du jetzt tun solltest

  1. Offene Angebote durchgehen. Zieh dir alle Heizungsangebote der letzten drei Monate und sortiere sie nach Wahrscheinlichkeit.
  2. Förderstand ins Angebot schreiben. Ein Satz mit Datum und Hinweis auf die aktuellen KfW-Bedingungen reicht. Rechne nichts zu, was du nicht prüfen kannst.
  3. Eine Frist nennen. Sag deinen Kunden, bis wann sie sich melden sollten, damit der Antrag und die Montage zeitlich zusammenpassen.
  4. Zuständigkeit klären. Eine Person im Büro kümmert sich um Rückfragen zur Förderung und leitet Kunden an die Antragstellung weiter.
  5. Montagekapazität prüfen. Plane Wochen im Januar und Februar vor, in denen du Aufträge mit knappem Antragsdatum zuerst bedienst.

Häufige Fragen

Wer stellt den Antrag, der Handwerker oder der Kunde? Bei der Heizungsförderung stellt in der Regel der Kunde den Antrag selbst. Prüf die aktuellen KfW-Unterlagen, welche Schritte vor Vertragsabschluss und vor Baubeginn nötig sind, und gib deinen Kunden eine kurze Liste mit.

Gilt für die Förderhöhe der Antrag oder die Montage? Das regeln die Förderbedingungen der KfW. Lies die Details im aktuellen Merkblatt und verlass dich nicht auf Hörensagen, bevor du einem Kunden einen Termin nennst.

Soll ich wegen der Absenkung Preise senken? Nein, die Förderung ist Sache deines Kunden. Deine Kalkulation richtet sich nach deinen Kosten und deinem Stundensatz. Was sich ändert, ist die Nettobelastung deines Kunden.

Fazit

Die Heizungsförderung ändert sich in festen Schritten, und der nächste Stichtag ist der 1. Februar 2027. Du kannst den Stichtag nicht verschieben, aber du kannst deinen Ablauf so aufstellen, dass er dich nicht stresst. Erst Struktur, dann Tools: Wer Angebote, Fristen und Zuständigkeiten im Griff hat, verliert keine Aufträge an eine Schlagzeile. Politik und Markt kannst du nicht steuern, deinen Betrieb schon.

Quellen und Hinweis

Quellen: KfW-Pressemitteilung vom 21. Juli 2026 zur neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude und Handwerksblatt zur Kritik des ZVSHK an den Förderplänen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Bitte vor Entscheidungen den aktuellen Stand prüfen.